Und was ist mit dem Unglück?


Durch Internet, Zeitschriften und Fernsehen bekommen jene, die aufgrund ihres Temperaments weniger positive Gefühle empfinden als andere, oftmals das Gefühl vermittelt, eigentlich öfters glücklich sein zu müssen. Das setzt unter Druck. Vor allem in den westlichen Kulturen ist das ständige Streben nach Glück schon fast eine Art Fetisch geworden.

Unglück ist einfach nicht „sexy“. Diese Entwicklung ist wirklich traurig. Und gilt für so viele andere „schwierige“ Bereiche auch.

Doch: „Man muss wohl zwei oder drei Raupen aushalten, um die Schmetterlinge kennenzulernen.“, sagt Antoine de Saint-Exupéry.

Denn oft erkennen wir erst in schweren Zeiten, was wirklich wichtig ist. Auf wen wir uns verlassen können, was wir in der Lage sind, zu meistern und wenn wir feststellen: es wird wieder besser.

Das Unglück spielt also eine wesentliche Rolle – es lehrt uns, dass wir stark sind. Und dass wir zu einem Großteil selbst in der Hand haben, wie wir ihm begegnen. Es geht nicht darum, es wegzuschieben oder zu ignorieren, sondern vielmehr darum, auch schmerzhafte Gefühle anzunehmen, um Hilfe zu bitten und verletzlich sein zu dürfen. Das ist es, was uns menschlich macht.

Mit bunt schimmernder Ratgeberliteratur und der dazugehörigen riesigen Glücksproduktwelle lässt sich einfach enorm viel Umsatz machen. Klar, dass auf diesen Zug viele aufspringen (wollen).

Unser Tipp: Lasst euch von den schlauen Tipps nicht unter Druck setzen. Lebt euer Leben.

Ziel ist es nicht, mit einem Dauergrinsen und immer ein paar Zentimeter über dem Boden schwebend durch den Tag zu gleiten.

Findet heraus, wer und was EUCH gut tut. Egal, was Ratgeber sagen. Egal, wie fröhlich euch die Gesichter von den Zeitschriften aus anlachen.

Die Verfasser dieser Bücher haben euch noch nie vorher gesehen, sie sind euch nie begegnet. Woher sollen sie wissen, was ihr braucht? Ihre einzige Chance also: alles so allgemeingültig zu beschreiben, dass sich jeder darin irgendwie wiederfindet. Zumindest theoretisch.

Ihr kennt das von Horoskopen 🙂 – Und, mal ehrlich – lasst ihr euch von denen unter Druck setzen?! 😉

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